Frau Schletterer singt nicht mehr

21
Ju
Ihr Star ganz nah!
21.06.2017 11:48

Gerade las ich einen Artikel, in dem der Autor von seiner Begegnung mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl erzählt, als er (also der Autor) 1989 auf Klassenfahrt in Bonn war. Ganz genau kann er sich noch daran erinnern, was Herr Kohl damals zur Klasse sagte, als sie alle bei ihm im Büro standen und nicht wußten, was sie den hohen Herrn fragen sollten.
Meine Begegnungen mit Berühmtheiten beschränken sich darauf, keine Begegnungen gewesen zu sein. Einmal saß ich mit Justus Franz im selben Flugzeug (und wußte gar nicht so recht, wer das ist); einmal sah ich Alice Schwarzer irgendwo auf dem Gemüsemarkt in der Altstadt von Bozen, und wieder ein anderes Mal sah ich Leslie Malton vom weitem, als ich als Statistin in einem Mehrteiler, in dem sie eine der Hauptrollen spielte, auf der Straße stand und fror (ich berichtete…).
Man hört ja hin und wieder, daß berühmte Leute - meist Schauspieler, Entertainer oder kurz vor Wahlterminen auch gern mal Politiker - sich zur Verfügung stellen für „einen Nachmittag mit Ihrem Star“. Das heißt: irgendjemand gewinnt dabei ein kurzes Treffen mit z. B. einem/einer Schauspieler(in), und man bekommt suggeriert, „seinen Star“ bei dieser Gelegenheit ganz persönlich kennenlernen zu können.
Ich bin ja mittlerweile dafür bekannt, die Welt für bekloppt zu halten, und solche Aktionen sind einer der Gründe für meine Haltung. Glaubt wirklich jemand allen Ernstes, bei solch einem Treffen eine wildfremde Person, die es dazu noch gewohnt ist, sich zu präsentieren, sich bei Bedarf dafür zu verstellen und im Auftreten ihrem Image immer treu zu bleiben, tatsächlich auch nur ansatzweise kennenlernen zu können? Und kann sich wirklich jemand vorstellen, daß eine Berühmtheit an einem Stelldichein mit Lieschen Müller aus Delmenhorst Interesse oder gar Spaß hat?
Nein, danke! Auf solche Aktionen kann ich gern verzichten! Und das heißt nicht, daß es nicht vielleicht doch berühmte oder wenigstens bekannte Leute gibt, die ich gern mal als Privatpersonen erleben wollen würde. Aber das wäre ja ganz was Anderes! Dafür müßte man der/dem Betreffenden inkognito begegnen oder „Mäuschen spielen“ können.
Nur: glauben Sie, es wäre z. B. möglich, Ursula von der Leyen (die – ich betone! – nicht zu den Leuten gehört, die ich je würde kennenlernen wollen!) irgendwo in einem Urlaubshotel zu treffen und sie am hoteleigenen Pool ganz unverkrampft zu fragen, ob sie Ihnen mal den Rücken eincremt?
Obwohl… als Ärztin müßte Sie diese Bitte ja gutheißen…
 

Leinen los!
Nachmittags Starkregen...

Kommentare