Frau Schletterer singt nicht mehr

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Ju
Vom Charme überflüssiger Dinge
13.06.2017 15:28

Am 19. Dezember letzten Jahres habe ich hier ja einen Beitrag veröffentlicht über Dinge, die die Welt nicht braucht.
Die Liste dieser Dinge, die ich damals aufstellte, ist natürlich bei weitem nicht vollständig. Es gibt da tatsächlich noch so einiges, was ich für absolut entbehrlich halte. Dazu gehören z. B. eine elektrische Käsereibe und Duftsteine für den Mülleimer.
Als ich eben in einem anderen Blog einen Artikel über einen Rasenmäherroboter las, fiel mir auch noch der Staubsaugerroboter ein, den sich meine Mutter allen Ernstes zu ihrem 80sten Geburtstag hatte wünschen wollen! Völlig unnötig finde ich diese Staubsaugerroboter zwar nicht, aber weder bin ich gewillt, meiner Mutter zu einem runden Geburtstag einen Staubsauger zu schenken, noch hielte ich so ein Ding tatsächlich in der Wohnung meiner Eltern für geeignet. Es liegt ein dicker Teppich irgendwo mitten im Wohnzimmer, das ansonsten mit Laminat ausgelegt ist. Der kleine Kerl hätte unterwegs also eine ziemlich hohe Stufe zu meistern, an deren Bewältigung er wahrscheinlich so konsequent scheitern würde, daß der Teppich immer schmutzig bleiben müßte.
In ähnlicher Weise, wie ich die Existenz von Staubsaugerrobotern grundsätzlich in Ordnung finde, halte ich auch einen Rasenmäherroboter nicht für völlig überflüssig. Offenbar können diese Geräte auch durchaus charmant rüberkommen, denn die Autorin des besagten Blog-Artikels schrieb recht liebevoll über den kleinen Kerl. Wie sie ihn bei der Arbeit beobachtete und währenddessen mit ihm plauderte, wie sie ihn, als der Akku leer war, wieder sachte in die Ladestation zurückverbrachte, das alles erzählte sie, als ginge es bei dem Ding um ein Meerschweinchen, das possierlich durch den Garten wuselt.
Irgendwann in ihrem Text erwähnte sie auch, daß der Rasenmäher um die 1000 Euro gekostet habe, und daß sie der Meinung sei, daß er für diesen Preis nicht nur den Rasen mähen, sondern ihr auch noch Kaffee und Kekse servieren müßte, während sie gemütlich auf ihrer Terrasse sitzt.
Ich bin allerdings der Meinung, Kaffee und Kekse müßte der Gärtner ihr bringen, der den kleinen Roboter auf Kosten der Hausbewohner in der Absicht angeschafft hat, dass das Gerät ihm viel von der Arbeit abnimmt, die eigentlich er selbst verrichten sollte.
Aber vielleicht müht er sich ja zwischenzeitlich mit dem Laubbläser ab, weil er an seinem Rechen das Kabel nicht findet.
 

Schwierige Beziehung

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