Frau Schletterer singt nicht mehr

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Ma
Was darf ein Haus kosten?
26.05.2017 08:34

Gerade las ich, daß die weltweit teuerste Immobilie, die derzeit zum Verkauf steht, eine Milliarde Euro kosten soll. Und dabei handelt es sich nicht etwa um Fort Knox oder das Weiße Haus oder ein ähnlich berühmtes und schützenswertes Anwesen, sondern um eine Villa in der Nähe von Nizza.
Da fragt man sich doch schon wieder: ist die Welt endgültig balla-balla?
Ich hoffe, daß die jetzigen Eigentümer niemanden finden, der bereit wäre, so unanständig viel Geld für ein Haus(!) auszugeben, und daß sie auf dem Kasten sitzenbleiben! Dann wäre mein Glauben an die Menschheit noch einen Moment länger gerettet.
Eine Milliarde Euro! Für ein Wohnhaus! Nur weil es in Nizza steht und wahrscheinlich 38 Schlafzimmer, ebenso viele Badezimmer und 17 Bügelstuben hat. Eine Milliarde!
Grob überschlagen komme ich, wenn ich mal ausrechne, auf ein Lebenszeitgehalt von rund 1,5 Millionen Euro. Und damit stehe ich gar nicht schlecht da. Gut, ich bin keine Akademikerin, keine Managerin, kein Fußballer in der Bundesliga und kein Pop-Sternchen. Aber als schlichte Arbeitnehmerin mit einer 40-Stunden-Woche habe ich damit mehr als sehr viele andere MitbürgerInnen.
Ja, mit einer geregelten 40-Stunden-Woche, mangelnder Berühmtheit und nicht vorhandenem akademischem Grad, der einen in Forschung und Technik oder in der Wirtschaft Spitzenpositionen sichern könnte, kommt man nicht sehr viel weiter.
Aber eine Milliarde Euro – das kann sich doch wohl auch kaum einer leisten, der Geld im Überfluß geerbt, verdient oder gewonnen hat! Wahrscheinlich will das auch keiner!
Das Geld ist, wie wir alle wissen, sehr ungerecht verteilt in der Welt. Die Gier danach ist schier grenzenlos – was ich den Mittellosen gern auch zugestehen wollen würde, was aber vor allem unter denen weit verbreitet ist, die ohnehin schon mehr haben, als sie je ausgeben können.
Und wenn die dann (wie aktuell die Eigentümer dieser sündhaft teuren Villa) Summen fordern, die nicht nur unanständig sind, sondern auch von der arroganten Überzeugung der eigenen Wichtig- und Wertigkeit zeugen, dann wünsche ich genau denen mal ein paar Jahre Hartz IV in einer Eineinhalb-Zimmer-Wohnung, jede Woche freitags eine Dose Ravioli und zu Weihnachten ein Taschenbuch.
 

Verborgen im Gebüsch
Ach, du dummer Deutscher!

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