Frau Schletterer singt nicht mehr

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Alles Wurst, oder?
22.03.2017 08:17

Unser Bundeslandwirtschaftsminister, so lese ich heute morgen, möchte gern Begriffe verbieten, die - als Name für ein vegetarisches Produkt verwendet - suggerieren, es handele sich eben doch um ein Fleischprodukt.
Ihm missfallen dabei Vokabeln wie „Veggie-Schnitzel“, „Tofu-Braten“, „Sojawurst“ und dergleichen.
Dem Herrn ist offenbar nicht ganz wohl im Kopf; auf jeden Fall aber hat er übersehen (bzw. ist der deutschen Sprache nicht mächtig genug, um es zu erkennen?), dass die Begriffe „Schnitzel“, „Braten“ und „Wurst“ nichts über Fleisch oder Nicht-Fleisch aussagen, sondern lediglich beschreiben, dass etwas abgeschnitten bzw. gebraten wurde oder eine bestimmte Form hat. Gut, bei der Wurst gibt es eine Doppelbedeutung; aber wie sollen Sie denn ein wurstförmiges, vegetarisches Etwas bezeichnen, wenn Sie wollen, dass die Wurstform aus dem verwendeten Begriff eindeutig hervorgeht? „Beidseitig verschlossener Gemüseschlauch zum Garen auf dem Herd“?
Mir scheint, da befassen sich mal wieder Menschen mit Problemen, die keine sind, frei nach Bodo Bachs Motto „Ei, isch hätt‘ do mol gern ä Problem“!
Wichtig bei dem Ganzen ist doch, dass der Verbraucher klar erkennen kann, ob das, was er isst, vegetarisch ist oder nicht. Und alle Begriffe, die die Industrie sich hierfür ausgedacht hat, sind da eindeutig. Und man wird dem Konsumenten ja wohl noch zumuten können, im Zweifel zusätzlich die Zutatenliste zu studieren.
Wer damit überfordert ist, der sollte, wenn er sich vegetarisch ernähren will, eben auf Spaghetti mit Tomatensauce ausweichen, denn da weiß jeder, was er hat. Obwohl dann in der Sauce auch kein Fruchtfleisch enthalten sein darf, denn sonst kommen wieder Zweifel auf…

 

Deppen Leerzeichen und...
Was ist bieder?

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