Frau Schletterer singt nicht mehr

11
No
Bildnis eines jungen Mannes
11.11.2019 14:12

Gerade stolperte ich in der von mir heißgeliebten Wikipedia über einen Artikel, der das Gemälde „Bildnis eines jungen Mannes“ von Rembrandt van Rijn vorstellt. Gern würde ich unterstellen, daß das Gemälde richtigerweise „Bildnis eines bedauernswerten jungen Mannes“ heißen müßte, denn wenn man die Frisur des Herrn betrachtet, kann man unmöglich annehmen, daß solche eine Haarpracht jemals als schick galt!
Plattgedrückt kleben die Haare am Oberkopf, der Deppenpony ist ex-akt waagerecht abgesäbelt, und ab oberer Ohrenkante abwärts bauscht sich das schulterlange, krauslockige Haar wie die Schlappohren eines frisch gebadeten Pudels.
Es ist schon nur schwer vorstellbar, daß jemand mit so einer Frisur herumläuft. Noch schwerer zu verstehen ist allerdings, daß ein Maler sich nicht die Mühe macht, das Ganze bei der bildlichen Darstellung etwas aufzuhübschen. Das sollte beim Malen doch kein Problem sein; da kann man der Natur ja ein wenig auf die Sprünge helfen und sie gefälliger abbilden, als sie sich tatsächlich präsentiert. Dazu braucht es nicht einmal Kenntnisse in Photoshop. Da pinselt man einfach oberhalb der Ohren auch ein paar Locken hin – oder nimmt etwas aus der Fülle der Pudelohren heraus.
Beim Betrachten fragt man sich schon, ob der Herr Rembrandt persönlich irgendwas gegen sein Modell hatte. Gefreut hat der junge Mann sich sicherlich nicht über das Ergebnis. Denn auch vom berühmtesten Maler läßt man sich nicht gern veralbern.
 

Macht hoch die Tür!
Fake notes

Kommentare


Datenschutzerklärung