Frau Schletterer singt nicht mehr

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Die Billigen
31.03.2020 11:56

Heute liest man auf der Wikipedia, daß eine Aktie der „Billigen“ (genauer: „Aktiengesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser in Winterthur“) derzeit 136.500 Franken kostet und damit die teuerste Aktie der Schweiz ist.
Da sich die AG darauf spezialisiert hat, billige Wohnhäuser zu bauen, dürfte man folglich ein Haus von denen günstiger kriegen als eine Aktie. 
Das muß man sich mal vorstellen! Eine Aktie zum Preis eines kleinen Wohnhauses! Ich glaube nicht, daß es in Deutschland eine Aktiengesellschaft gibt, die derart wertvolle Aktien im Umlauf hat.
Wieviele Aktionäre die „Billige“ wohl hat? Das müssen ja lauter sehr reiche Leute sein, und da fragt man sich schon, wieso die sich dem Bau billigen Wohnraums verschreiben.
Der Begriff des „Kleinaktionärs“, der sich auf der Webseite dieser Gesellschaft – in direkter Gegenüberstellung zum Hauptaktionär, wohl gemerkt! – durchaus finden läßt, bekommt da für mich etwas Lächerliches. Denn ich könnte mir da schon eine einzige läppische Aktie niemals leisten, wie soll man da wohl mehr als ein Kleinstaktionär werden können?
Wahrscheinlich habe ich einfach nicht genügend Blick für das große Ganze. Der fehlt mir sicherlich, weil ich wohl eher in die Zielgruppe derer gehöre, die von den „Billigen“ eine Wohnung mieten wollen würden, und nicht zu denen, die sie finanzieren.
Der Artikel über die Gesellschaft liest sich jedenfalls so, als sei die sehr seriös unterwegs und am Wohl derer, für die sie tätig wird, überaus interessiert. Ich könnte mir vorstellen, daß es in der Schweiz noch schwieriger ist, günstigen Wohnraum zu finden, als in Deutschland. Denn die hohen Gehälter werden ja sicher nicht gezahlt, damit die Schweizerinnen und Schweizer unnötig großen Reichtum anhäufen…
Insofern ist die Existenz einer Gesellschaft dieser Art hoch zu loben, auch wenn die Aktien da nicht gerade ein Schnäppchen sind.

 

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