Frau Schletterer singt nicht mehr

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Fe
Fuchs, du hast das Hirn gestohlen
10.02.2017 09:45

Jetzt hatte sich die Lage in Limburg nach der Affäre um Tebartz van Elst gerade beruhigt und ein neuer Bischof war eingezogen, da wurde bekannt, daß ein Büroleiter des Bistums wegen Besitzes von Kinderpornographie angeklagt worden ist. Als ich das gestern las, dachte ich nur: „Das hat jetzt grade noch gefehlt!“
Heute morgen aber, als ich im Internet wieder ein Foto vom Limburger Dom sah, traute ich meinen Augen kaum! Denn wie ich den Artikel anklickte, um darin den weiteren Verlauf dieser häßlichen Geschichte mit dem Büroleiter zu verfolgen, las ich etwas ganz anderes, nämlich daß eine neue Ungeheuerlichkeit, ja eigentlich eher eine Lächerlichkeit die Domstadt erschüttert.
Das Glockenspiel des Rathauses spielte nämlich bis vor kurzem immer mal wieder das Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“, ein Kinderlied, wie man es sich harmloser nicht vorstellen kann.
Nun hat sich allerdings eine Veganerin über das Abspielen dieses Liedes beschwert und einen Spielstopp gefordert, und zwar vor allem wegen der Liedzeile „…sonst muß ich den Jäger holen mit dem Schießgewehr…“, obwohl ein Glockenspiel bekanntlich gar keinen Text läuten kann.
Und was macht der Bürgermeister? Er läßt das Lied aus dem „Repertoire“ des Glockenspiels herausnehmen und gibt damit dieser Frau nach!
Ja, und nun empört sich die ganze Stadt – meines Erachtens zurecht –, wieso sich wegen so einer lächerlichen Beschwerde zum einen sogar der Bürgermeister einschaltet und dann auch noch diesem Ansinnen nachkommt.
Veganer haben in der Regel ja gute Gründe, auf den Verzehr von tierischen Produkten zu verzichten. Aber die Auswüchse, die diese Frau jetzt zeigt, sind doch nur lächerlich. Zum einen wurde noch nie ein Fuchs erschossen, um ihn dem Speisezettel von Menschen zuzuführen. Zum anderen werden Füchse auch nicht unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet oder gemästet, nur damit wir einen lecker Braten auf dem Sonntagstisch haben. Einen imaginären, noch gar nicht toten Fuchs aus einem Kinderlied, der von einem imaginären Jäger vielleicht erschossen wird, als Aufreger herbeizunehmen, um für die vegane Sache an sich zu kämpfen, ist an Dämlichkeit wohl kaum zu überbieten.
Eigentlich nur von der Reaktion des Bürgermeisters, dieser Dämlichkeit auch noch recht zu geben und der Forderung nachzukommen.

 

Freiheit, die ich meine

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