Frau Schletterer singt nicht mehr

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M
Hereinspaziert!
19.03.2020 14:48

Normalerweise ist es mir ja ein Anliegen, hier möglichst unterhaltsame Texte zu veröffentlichen. Also zumindest welche, die keine beklemmenden Themen behandeln – ob es mir dabei gelingt, witzig oder wenigstens lesenswert zu sein, ist Geschmacksache, und die bleibt jedem Leser (m/w/d) selbst überlassen.
Dieses „normalerweise“ gilt im Grunde auch heute. Fast schon verzweifelt durchforste ich die von mir bevorzugten Seiten im Netz auf der Suche nach IRGENDWAS, was nichts mit der aktuellen Pandemie zu tun hat. Und finde… nichts!
Gestern habe ich – ich bin ja zur Zeit im Homeoffice – die Mittagspause dazu genutzt, die Überreste des winterlichen Verfalls meiner Blühstauden zurückzuschneiden, damit wieder genug Kraft in die Pflanzen schießt für ein hoffentlich üppiges Blühen, das bald anstehen sollte.
Außerdem habe ich die Plane von dem großen Weinfaß entfernt, das ich als Zierde auf der Terrasse stehen habe. Mein Nachbar, der auch gerade im Garten war, hat mir dabei zugesehen, und ich habe mich so gefreut, als er mir zurief „Ozapft is‘!“ und nicht danach fragte, wieso ich zu Hause bin. 
Die erwähnten Blühstauden habe ich ja wegen des Bienenhotels im Garten, das ich letztes Jahr zum Geburtstag bekommen habe. Und obwohl das Hotel erst im Juni aufgehängt wurde, sind ja doch noch ein paar Bienchen eingezogen.
Aber leider sind von den Bambusröhrchen im Hotel sehr viele extrem schwarz verschimmelt (ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Das Bienenhotel hängt völlig frei, und es kommt genug Luft dran, daß die Röhren nach einem Regen wieder gut trocknen können), so daß die, die bezogen wurden, jetzt sicherlich lauter kleine Leichen beherbergen…
Ich habe daher jetzt zwei Brutsteine nachbestellt, die ganz sicher nicht schimmeln, wenn sie naß werden. So sollte keine Gefahr mehr für die Insekten bestehen.
Ich freu mich schon drauf, wenn es im Garten wieder grünt und blüht und vielleicht diesen Sommer noch mehr Bienen den Weg in unsere Blumen und Stauden finden. Und vielleicht estimiert ja auch die ein oder andere Biene mehr den hohen Freizeitwert dieser Wohnumgebung, die wir da bieten, und zieht gern in mein kleines Hotel ein!

 

Lidwina von Schiedam
Tiefpunkt der Schöpfung

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