Frau Schletterer singt nicht mehr

18
M
Lidwina von Schiedam
18.03.2020 09:08

Also, diese alten Heiligen sind ja schon faszinierend!
Oder anders gesagt: nicht die Heiligen selbst, sondern das, was zur Heiligsprechung geführt hat!
Ein weiteres Mal frage ich mich heute, ob ich der katholischen Kirche nicht doch mal den Rücken kehren sollte, wenn ich sehe, womit die sich schon befaßt und was sie ernst genommen hat.
Wikipedia nimmt sich der Heiligen ja immer mal wieder gerne an und hat so den ein oder anderen Artikel verfügbar.
So bin ich heute über einen Text über Lidwina von Schiedam gestolpert. Die Dame lebte im 15. Jahrhundert und brach sich im Alter von 15 Jahren bei einem Sturz auf dem Eis eine Rippe. So weit, so unspektakulär.
In der Folge litt sie jedoch an einem Gangrän.
Ich, interessiert wie ich bin, ergoogelte natürlich sogleich, was ein Gangrän ist, und lernte dabei, daß es sich hierbei um einen Bereich absterbenden Gewebes handelt.
Die gute Lidwina verbrachte deswegen den Gutteil ihres (erstaunlich langen) Lebens im Bett. Angeblich wirkten ihre Wunden und ihr Blut mehrere Wunder der Heilung – natürlich der Heilung anderer, nicht ihrer eigenen, was schon seltsam genug ist.
Und, das scheint für die heilige katholische Kirche besonders wichtig: angeblich hat sie nie ein ungehöriges Wort über die Lippen gebracht. Trotz ihres enormen Leidens.
Und zu allem Elend litt sie offenbar auch noch an Multipler Sklerose.
Nun gut, 450 Jahre nach ihrem Ableben wurde sie heiliggesprochen. Und dies ist wieder so ein Fall, wo ich mich frage: woher war sich die Kirche so sicher, daß das mit den Heilungen wirklich passiert ist? Und wer hat bezeugt, daß sie niemals etwas Unflätiges geäußert hat?
Und wieder einmal (nachdem ich mich über den Herrn von Brindisi diesbezüglich ja auch schon mal aufgeregt habe) frage ich: was soll das? Sollten diese Heiligsprechungen (die es heute ja nach wie vor gibt) nicht endlich mal eingestellt werden?!

 

Homeoffice
Hereinspaziert!

Kommentare


Datenschutzerklärung