Frau Schletterer singt nicht mehr

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No
Naaaja!
16.11.2015 04:54

Es ist geschafft!

Die gute Nachricht zuerst: insgesamt war es ein ganz ordentliches Konzert.
Die Sopransolistin war ein Traum, der Bassist sowieso (weltberühmt und seit 30 Jahren immer wieder bei uns im Einsatz!), und der Tenorist kam beim Publikum auch ganz gut an.

Der Chor war… wie soll ich sagen… auf weiten Teilstrecken sehr präsent und stimm-gewaltig. Auch der Kleinchor (nur Damen) kam wohl ganz gut durch, und sein Klang wur-de gelobt.

Als der gesamte Chor allerdings anhob, davon zu berichten, wie lieblich die Boten seien, die den Frieden verkündigen, da war dem als erstes einsetzenden Alt das Tempo nicht ganz klar, das Herr Hölzel im Sinne hatte. Und so sang die eine Hälfte des Altes das einfach so, wie wir es die ganze Zeit geprobt hatten. Die andere Hälfte hingegen sang es so, wie Herr Hölzel dirigierte, und die beiden Tempi wichen nicht unerheblich voneinander ab. Herr Hölzel ruderte, trommelte auf seine Brust, um uns zu zeigen, daß er derjenige sei, der sagte, wie schnell oder langsam zu singen ist, aber diejenigen, die er damit erreichen wollte, sahen ja nicht hin. Und so kam es, daß der Baß ein weiteres anderes Tempo vorlegte, was den Chorsatz quasi zum Zusammenbruch zu führen drohte. Gottlob enthält der Satz eine Art Zäsur, eine Stelle also, an der sich alle wieder zusammenraufen konnten und dies auch taten. Abbrechen mußten wir also nicht, aber aufregend war das schon! Ich glaube, Herr Hölzel hätte in dem Moment am liebsten ein paar Leute übers Knie gelegt.

Frau Weinbauers Filius sang sein Solo sehr souverän und wohlklingend. Das hat er gut gemacht!

Am Ende des Konzerts kam es allerdings noch zu einem Zwischenfall auf dem Podest: die Dame neben Frau Weinbauer, also ganz in meiner Nähe, mußte sich setzen, weil es ihr aufgrund der enormen Hitze auf der Bühne offenbar nicht gut ging. Und wie wir so den Schlußchor sagen, sackte sie auf einmal bewußtlos auf der Bank zusammen. Frau Weinbauer und die Dame auf der anderen Seite der Ohnmächtigen griffen beherzt zu, stützten die Patientin, damit sie nicht von der Bank rutschte, und sangen dabei auswendig weiter, damit niemand mitbekam, was da in unserer Reihe gerade passierte. Zum Schlußapplaus wachte die Dame wieder auf, bekam von Sangeskolleginnen Wasser und Zucker gereicht und kriegte dann auch wieder ein wenig Farbe. Sobald es ging, sprang sie auf, offenbar weil sie es nicht versäumen wollte, ebenfalls vom Applaus etwas abzubekommen. Der aus den Reihen unseres Basses herbeigerufene Arzt kam erst, als alles schon wieder gut war.

Alles in allem war dies also ein sehr ereignisreiches Konzert. Hoffen wir, daß die Leute von der Presse nicht allzuviel von der Panne in dem einen Chor mitbekommen haben und uns gute Kritiken schreiben werden!

Seufz...
Ich lach mich schlapp!

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