Frau Schletterer singt nicht mehr

20
Fe
Schmutziger Donnerstag
20.02.2020 08:53

Heute morgen erfuhr ich aus dem Radio, daß der fette, dicke, Altweiber- bzw. schmutzige Donnerstag seinen Ursprung in Bonn-Beuel hat.
Und zwar war es den Waschfrauen in Beuel offenbar ein Dorn im Auge, daß ihre Männer nach Köln zum Karneval fuhren und sich dort betranken, und sie selbst zu Hause mit ihrer Hausarbeit saßen.
Kurzentschlossen entstand aus dieser kollektiven Entrüstung der Entschluß, immer am Donnerstag vor Karneval die Arbeit niederzulegen und für die Teilhabe der Frauen am Karneval zu protestieren. Hierfür wurde das „Alte Damenkomitee von 1824 e. V.“ gegründet.
Und seither ist in Beuel die Weiberfasnacht das Wichtigste überhaupt.
Ich habe im Internet mal nachgelesen, ob ich diese Hintergrundgeschichte auch dort finde. Und ja, man findet sie. Allerdings werden da auch andere historische Hintergründe – alle abhängig von dem Ort, um den es geht – beschrieben.
Ich finde das höchst merkwürdig. Sollten sich wirklich ganz zuuuuufällig in den ganzen klassischen rheinischen Karnevalsregionen unterschiedliche Beweggründe gefunden haben, ausgerechnet überall diesen besagten Donnerstag vor dem Rosenmontag den Frauen zu widmen? Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube vielmehr, daß in einer der Städte, wo die Weiberfasnacht echte Tradition hat, der wahre Ursprung liegt, sich das im Rheinischen halt herumgesprochen hat und die Frauen in den benachbarten Regionen das für sich übernommen haben.
Und wie, also mit welchen „rituellen“ Abläufen das Ganze gefeiert wird, hat sich halt von Ort zu Ort unterschiedlich entwickelt.
Ich persönlich finde einen Tag speziell für die Frauen ja eine feine Sache. Allerdings drücke ich mich immer (mit der Entschuldigung, daß ich aus einer weiberfasnachtslosen Gegend stamme) darum, irgendwelchen Herren die Krawattan abzuschneiden, weil immer die babbigsten und unappetitlichsten von denen ein Küßchen als „Entschädigung“ erwarten. Buuäääähh..!
 

Das Sachsenhuhn

Kommentare


Datenschutzerklärung