Frau Schletterer singt nicht mehr

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Schriftsteller sind unter uns
25.11.2016 04:52

Der Mann meiner Schulkameradin Petra erwähnte kürzlich bei Facebook , daß sein neuestes Buch gerade frisch erschienen sei – erstmals eines unter seinem realen Namen.

Ich kenne den Mann nicht, weiß auch nicht, was er beruflich macht. Ich weiß eben nur, daß er mit Petra verheiratet ist. Aber ich ging, als ich das las, ganz automatisch davon aus, daß er einer der vielen Hobby-Autoren ist, denen mit viel Glück die Veröffentlichung ihres Buches gelungen ist.

Nun gut, bei dem Buch handelt es sich um einen Krimi, der u. a. als Ebook erhältlich ist. Und da ich Krimis generell sehr gerne lese, das Buch nicht allzu teuer ist und mich die Sache neugierig gemacht hat, dachte ich „Köst‘ ja nich‘ viel, lad‘ ich mir mal runter!“.

Zur Zeit lese ich das Werk, und ich muß mir dabei selbst eingestehen, daß ich wie selbstverständlich erwartet hatte, sofort den Laien darin zu erkennen, der sprachliche und dramaturgische Fehler macht. Wie das eben jemand tut, der „nur nebenher“ schreibend tätig ist.

Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Nein, mir wird beim Lesen vielmehr vor Augen geführt, wie sehr man unbewußt mit Vorurteilen beladen durchs Leben geht. Mir war gar nicht in den Sinn gekommen, daß es unter den Menschen meines zwar nicht direkten, aber doch gar nicht sooo fernen Umfeldes einen so guten Erzähler und – ja! – Schriftsteller geben könnte! Ich frage mich, was ich mir denn gedacht hatte, wo die ganzen Schriftsteller dieses Landes leben, und woher sie stammen? Schließlich gibt es dafür ja keinen zentralen Ort, wo die alle aufwachsen und das Schreiben lernen.

Kurz und gut: ich bin – wie gesagt – noch beim Lesen, aber ich kann jetzt schon sagen, daß das Lesen lohnt! In weiten Teilen ist das Buch im Präsens geschrieben, einer Erzählform, die m. E. zu den schwierigsten gehört. Das konsequent durchzuziehen, braucht Disziplin; wenn es – wie hier – gelingt, entsteht eine einzigartige, fesselnde Atmosphäre. Nur in den Rückblenden wechselt der Autor ins Präteritum, was logisch ist und den Leser hierhin und dorthin gut mitnimmt.

Auch der Plot reißt mit, ich erlebe Spannung, wie ich es mir von einem guten Krimi wünsche! Ich freue mich jetzt auf das Weiterlesen, und ich werde sicher doch mal nachfragen, unter welchem Pseudonym er denn bisher veröffentlicht hat – vielleicht kenne ich ja seine anderen Bücher bereits?

Für Interessierte:
Burn out – Fred macht frei
von Gerald Trumpp

 

Guten Tag!
Im stillen Kämmerlein

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