Frau Schletterer singt nicht mehr

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Vom Entdecken unbekannter Welten
20.02.2017 14:46

Meine älteste Schulfreundin und ihr Mann sind zur Zeit auf Fernreise und verbringen ihren zweiten Urlaub in Neuseeland.
Wie beim letzten Mal schreiben sie auch diesmal einen Reise-Blog, den ich täglich mit Interesse verfolge. Und es sind nicht nur die Bilder, die mich interessieren, sondern auch, was sie vom anderen Ende der Welt zu erzählen haben.
Das Wetter ist wohl reichlich wechselhaft, und so, wie sie es beschreiben, erinnert es mich an das, was wir seinerzeit an Regengüssen in Irland erlebt haben, wenn es auch in Neuseeland wohl einiges wärmer ist.
Die Besuche bei etlichen Weingütern, die die beiden schon absolviert haben, hätten sicher auch mir gefallen. Und das Linksfahren auf mehrspurigen Straßen hätte E. sicher auch voll im Griff – genau, wie sie das in England bisher auch immer souverän gemeistert hat.
Was A. und W. da aus ihrem Urlaub berichten, liest sich also so, als könnte das auch meiner Freundin und mir gefallen.
Aber wenn ich mir die Bilder betrachte, dann erkenne ich Exotisches nur da, wo ich eh nicht sein wollen würde: beim Schnorcheln im Meer und beim (schudder!) Höhlenklettern (schudder!).
Weingüter, familiär geführte Unterkünfte und faszinierende Küstenstraßen erlebe ich oft, gern und vermutlich ähnlich schön auch in Europa (was A. und W. vermutlich sogar bestätigen könnten).
Beim Lesen dieses Reise-Blogs fühle ich mich also insgesamt in meinem Empfinden bestärkt, daß mir ein paar Wochen in Neuseeland die Strapazen der An- und Heimreise nicht wert wären, und daß wir es, was uns betrifft, mit der Gestaltung unserer Reisen genau richtig machen.
Eigentlich sollte man sich ja ohnehin nicht ins Grübeln bringen lassen durch das, was andere Leute in ihrem Urlaub tun. So lange man sich mit dem eigenen Gestaltungsstil wohl fühlt, ist es gleichgültig, ob andere die Vorstellung langweilt, Ferien an einem Ort zu verbringen, den man auch ohne Flugzeug erreichen kann.
Exotisches läßt sich übrigens auch gut in nahe gelegenen europäischen Ländern erleben: Cumberlandwürstchen mit Zwiebelmarmelade (seeehr lecker!), getrennte Heiß- und Kaltwasserhähne, Postkästen an fast jeder Straßenecke und Teppichboden im Badezimmer.

 

Freiheit, die ich meine
Herr Pawlow läßt grüßen

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