Frau Schletterer singt nicht mehr

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Wahre Feministen
15.12.2016 06:44

Gerade unterhielt ich mich mit meinen Kolleginnen über Pizza. Genauer gesagt darüber, wie eine richtige Pizza belegt zu sein hat, und ob Pizza mit Spaghetti (als Belag!), Spiegelei, Dönerfleisch oder einer Kombination aus Ananas und Jalapeños noch Pizza genannt werden darf. Wir kamen zu dem Schluß: sie darf. Gottlob ist ja in den meisten Pizzerien die Speisekarte lang genug, daß jeder für sich etwas darauf findet. Und ob der Italiener per se das alles noch als Pizza anerkennt, ist da eher nebensächlich, die Hauptsache ist ja, daß es schmeckt.

In diesem kulinarischen Zusammenhang erzählte die eine Kollegin noch von einer Dönerbude, die die Sauce immer separat in einem Saucier serviere, und daß sie auch aus diesem Grund gern dort hingehe.

Das machte mich hellhörig, denn ich kenne das erwähnte Gefäß als „die Saucière“ und habe bisher den Gebrauch der männlichen Form ausschließlich bei Pfälzern erlebt.
Und so begann ein Hin- und Hergeplänkel, wer denn nun das „richtigere“ Wort benutze, die Badener oder die Pfälzer. Wir einigten uns darauf, daß es da ein Richtig oder Falsch wahrscheinlich nicht gibt, daß die Verwendung der männlichen bzw. weiblichen Form aber vielleicht etwas über die grundsätzlich feministische Haltung des einen oder anderen Volksstammes aussagt.
Ich als Badenerin vertrat natürlich(!) die Ansicht, daß wir als Verfechter der weiblichen Form die wahren Feministen seien. Wogegen meine Pfälzer Kollegin konterte, es sei ja wohl wenig feministisch, wenn man automatisch unterstelle, das Servieren von Saucen sei selbstverständlich Frauensache. Und dem konnte ich nur wenig, ja eigentlich gar nichts entgegenhalten. Da hat sie recht. Aber dann darf sie eigentlich auch nicht „die Soßeboll“ benutzen, sondern muß mit dem Saucenlöffel auftragen.

 

Des Deutschen Deutsch
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