Frau Schletterer singt nicht mehr

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Ma
Was ich schon immer mal sagen wollte...
26.05.2020 10:08

Gerade habe ich auf irgendeiner Seite einen Bericht gelesen, in denen diverse Leute mit dem zitiert werden, was sie einem/einer ihrer Lehrer/innen (oder auch allen) heute, viele Jahre nach ihrer Schulzeit, gern mal sagen würden. 
Ich habe daraufhin mal drüber nachgedacht, ob es eine/n Lehrer/in gibt, dem/der ich heute wirklich etwas zu damals würde sagen wollen.
An viele Lehrkräfte erinnere ich mich nur noch schwach, die fallen also schonmal weg.
Bleiben die, die mir eindrücklich in Erinnerung geblieben sind.
Mit meiner Französischlehrerin aus der Mittelstufe haben meine alte Schulfreundin und ich uns vor drei Jahren getroffen. Das war ein netter Abend; aber er fand nicht statt, weil eine von uns etwas bestimmtes hätte 'loswerden' wollen.
Es fällt mir eigentlich nur eine einzige Person ein, der ich heute mal gern in unverblümtem Worten sagen wollen würde, was ich damals von ihr hielt. Und das ist mein Deutschlehrer, den ich in der Oberstufe hatte. Er war ein Faulenzer, der es nicht für nötig hielt, seinen Lehrstoff von einem aufs andere Jahr vielleicht mal etwas zu modifizieren. Er war mit dem Lehrstoff der Oberstufe völlig überfordert und hat uns daher bis zum Abitur Erörterungen schreiben lassen. Goethes „Faust“ haben wir bei ihm nie gelesen.
Das war zwar irgendwie auch ein Glück für mich, aber er konnte mich (oder meinen Schreibstil?) nicht leiden, und so bekam ich in jedem einzelnen Aufsatz höchstens 8 Punkte von ihm. Egal, um welches Thema es ging, er bewertete das, was ich dazu zu schreiben hatte, immer schlecht.
Für meine mündlichen „Leistungen“ erhielt ich von ihm 0 Punkte, wohl weil ich mich nie aktiv am Unterricht beteiligte. Ich war damit nicht die einzige, aber er hielt es auch nicht für nötig, diejenigen, die sich nie meldeten, mal einfach so um ihr Wort zu bitten. Wie es jeder andere Lehrer wohl gemacht hätte. Er suhlte sich lieber in dem bequemen Umstand, daß immer ein paar Schüler/innen da waren, die gern was sagen wollten, und lavierte sich so durch konfliktfreie Stunden.
Ich bin ja heute noch überzeugt, daß er, wenn Elisabeth, sein Liebling in unserem Kurs, und ich mal unsere Arbeiten unter dem Namen der jeweils anderen abgegeben hätten, nicht bemerkt hätte, daß es diesmal die Arbeit seiner Lieblingsschülerin gewesen war, die er schlecht bewertet hatte. Es war ein Reflex bei ihm: Schülerin X war Abonnentin für 10 Punkte und mehr; Schülerin Y jedoch hatte die schlechten Noten für sich gepachtet.
Grundsätzlich war der Mann unabhängig von seinem Fach, das er „unterrichtete“, als Pädagoge eine Null. Er ist mit dafür verantwortlich, daß ich mein Traumstudium damals nicht hatte aufnehmen können.
Hätte ich im Gymnasium die Lehrerin gehabt, die dann in der Berufsschule folgte (sie war Deutschlehrerin auch an dem dem Schulkomplex angegliederten Gymnasium), hätte das anders ausgesehen, denn von einem auf den anderen Tag hatte ich in Deutsch wieder eine Eins.

 

Verrate ich nicht!
Genug verpackt

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