Frau Schletterer singt nicht mehr

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Weihnachten einmal anders
23.12.2016 10:21

Dieses Jahr werde ich zum ersten Mal in meinem schon mehr als ein halbes Jahrhundert andauernden Leben an Weihnachten meine Eltern nicht besuchen.
Das ist ein sonderbares Gefühl – ich habe mich immer auf diese Besuche gefreut, denn sie gehören grundsätzlich einfach zu Weihnachten dazu!

Aber in diesem Jahr haben wir Familienzuwachs bekommen: einen Hund, den wir sehr lieb haben, und der jetzt leider ein bißchen krank geworden ist. Er hat eine Milbeninfektion der Haut, und da die Ärztin uns geraten hat, den Hund jetzt möglichst wenig Streß auszusetzen, haben wir uns entschlossen, den Besuch im für ihn fremden Haushalt, in dem zudem auch ein Hund lebt, ausfallen zu lassen. Rocky verbringt die drei Feiertage mit uns im eigenen Zuhause (und im „eigenen“ Gassi-Wald :-)) sicher gelassener als in einer zwar liebevollen, aber eben doch ungewohnten Umgebung. Unser Christbaum ist ihm schon suspekt genug, und er hält respektvollen Abstand zu ihm. Da muß er nicht unbedingt auch noch verreisen müssen.

Ich vermute mal, daß es auch für meine Eltern ungewohnt ist, Weihnachten so ganz ohne Besuch zu erleben. In den letzten Jahrzehnten haben sie zwar an Weihnachten von ihren drei Töchtern immer nur diese eine, mich, gesehen; aber dieser eine Besuch war eben doch ein Weihnachts-„Standard“.

Als ich noch alleinstehend war und in Mainz arbeitete, bekam ich von meinem Arbeitgeber zu jedem Weihnachten einen halben Lachs geschenkt. Der wog immer so gut 700 g, und ich nahm ihn stets mit zu meinen Eltern, mit denen ich – eben weil ich alleinstehend war – damals immer Weihnachten verbrachte. Dort verspeisten wir den Lachs gemeinsam als Heiligabenddelikatesse. Das war ein Hochgenuß!

Erst gab es dann irgendwann den jährlichen Lachs nicht mehr, später, als ich eine Partnerin gefunden hatte, auch die gemeinsamen Heiligabende nicht. Heiligabend verbrachte ich ab sofort natürlich mit meiner Freundin; wir besuchten dafür meine Eltern aber schon von Beginn unserer Beziehung an immer am 2. Weihnachtstag.

Und so werden wir das sicher im nächsten Jahr auch wieder tun, nur halt diesmal nicht, denn die Genesung unseres herzallerliebsten Hundes ist uns jetzt natürlich sehr wichtig. Gestern abend erst hat er seine zweite der Spritzen bekommen, die die Milben abtöten sollen, und wenn (wonach es auch aussieht) alles gut geht, hat er die Sache in wenigen Monaten überstanden.

 

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