Frau Schletterer singt nicht mehr

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Ja
Die Psychologie der Farben
18.01.2026 10:25

Ich habe mich ja schon vor längerem mal drüber ausgelassen, wie anstrengend ich es finde, daß vor allem in den Öffentlich-Rechtlichen ein weitgehend bläuliches Farbschema dominant geworden ist. 
In fast allen Sendungen – vor allem bei den Vorabendkrimis – sind die Wände, die Kleidung der Schauspieler etc. in unterschiedlichen Blautönen gehalten, und wenn ein Polizist in Ausbildung mal eine beige Jacke trägt, weiß der Zuschauer sofort: der hier wird im Laufe der Folge relevant werden!
Als Gegengewicht beginnen die Sender jetzt damit, Heile-Welt-Filme und -Serien weichzuzeichnen, einen leicht milchigen Filter drüberzulegen und alle Farbe in Richtung Gelb zu bewegen. Besonders deutlich zu erkennen im jeweiligen Vorspann.
Der aufmerksame Zuschauer (und vor allem auch der blöde) erkennt also jetzt sofort, wenn er den Fernseher einschaltet, ob er es mit einem ernsten Krimi oder einem Film der Sorte Inga Rosamunde Wohlfühlström zu tun hat.
Selbst bei „In aller Freundschaft“ schwindet der Blaustich allmählich wieder und tendiert zu weicheren Tönen. Wohl, weil man festgestellt hat, daß diese Reihe das Heile-Welt-Genre eher bedient als das Düster-Bedrückende. Auch wenn es hin und wieder in der Sachsenklinik doch auch Tote gibt.
Wir brauchen also in unseren Fernsehzeitschriften keine Kennzeichnung mehr, ob eine Sendung für schwächere Gemüter geeignet ist oder nicht – man schalte einfach ein und erkenne am Bild direkt, wohin man geraten ist.

 

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