Frau Schletterer singt nicht mehr

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Ma
Hochwasser im Südwesten
19.05.2024 11:13

Die Firma, bei der ich meinen Lebensunterhalt verdiene, hat ihren Standort in Saarbrücken.
Die Hälfte meiner Arbeitszeit darf ich im sog. „mobilen Arbeiten“ leisten, d. h. an einem Ort meiner Wahl verrichten. Ich tue das in meinem heimischen Büro.
Aber natürlich muß ich drauf achten, daß ich wirklich nur die halbe Zeit zu Hause verbringe, denn die Balance zwischen „mA“ und „vor Ort“ muß am Ende des Jahres stimmen.
So machte ich mich am Freitag also auf den Weg von der Pfalz Richtung Saarbrücken. Mein Scheibenwischer hatte da schon Probleme, gegen den starken Regen anzukommen, und alle Autos, die unterwegs waren, fuhren sehr viel langsamer als sonst. Kaum einer wagte sich über 100 km/h hinaus.
Und dann kam der Wetter- und Straßenzustandsbericht. Vielmehr wurde von überschwemmten Straßen und überfluteten Kellern im Saarland berichtet, und man betonte, daß die Regenfälle bis abends 18 Uhr in unverminderter Stärke anhalten sollten.
Ich beschloß sofort, die nächste Ausfahrt zu nehmen und wieder nach Hause zurückzufahren.
Ich war zwar extra eine Stunde früher aufgestanden und auch schon nahezu die halbe Strecke gefahren, aber diese Meldungen aus dem Radio machten mir Angst.
Nach Hause schaffte ich es gottlob gut, plauderte mit dem Bäcker, bei dem ich mir noch mein Frühstück kaufte, über die aktuelle Wetterlage und loggte mich dann an meinem heimischen Arbeitsplatz ein.
Im Lauf des Tages häuften sich dann die Katastrophenmeldungen aus dem Saarland, und auch aus Gemeinden in unserer Region hörte man immer häufiger von vollgelaufenen Kellern, überfluteten Straßen und demzufolge reichlich Feuerwehreinsätzen.
Ich bin sicher, daß mein Bauchgefühl am Freitag meine Rettung war. Denn ob ich an jenem Nachmittag nochmal mit meinem Auto aus Saarbrücken raus- und wieder unbeschadet nach Hause gekommen wäre, zweifle ich stark an.
Für mich ist es gut, daß jetzt erst mal Pfingsten ist und ich daher noch ein paar Tage habe, bevor ich mich wieder auf den Weg nach Saarbrücken machen muß. Ich hoffe, daß sich bis dahin die Lage wieder so weit normalisiert hat, daß ein gutes Durchkommen ist.
Und ich hoffe vor allem, daß meine Kollegen und Kolleginnen, von denen sicher einige in den am meisten betroffenen Stadtteilen von Saarbrücken und Neunkirchen wohnen, nicht allzu viele Schäden und Verluste hinnehmen müssen.

 

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