Frau Schletterer singt nicht mehr

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Luise Adolpha Le Beau
13.03.2024 08:47

Auf dem Weg zur Arbeit (wenn ich nicht gerade von zu Hause arbeite) habe ich immer das Radio an, und es läuft ein regionaler Klassiksender. In den frühen Morgenstunden bringen die da immer einen Mix aus „gehobenem Pop“ und Klassik, kombiniert mit Textbeiträgen zur aktuellen Weltlage.
Unter anderem hörte man heute morgen ein  Lied für Klavier, komponiert von Luise Adolpha le Beau. Bei der Ansage („Jetzt kommt erst mal Luise Adolpha Le Beau…“) dachte ich noch, gleich wäre das neue Sternchen am Pophimmel mit ihrer glockenhellen Stimme zu hören, aber als dann die Klavierklänge ertönten, die eindeutig der Romantik zuzurechnen waren, wußte ich: nein, da war wohl eine Komponistin am Werke, die ich noch nicht kenne.
Leichte, sanft sich wiegende Töne, die zu einer Wohlfühlmelodie verschmolzen, versüßten mir die nächsten Minuten. (Ich mag die sanfte Klaviermusik der Romantik ohnehin, vor allem die von Frauen geschriebene, weil sie so verträumt daherkommt und einen mitnimmt in eine heitere, ruhige Stimmung.)
Normalerweise ist es im Radio ja so, daß im besten Falle das nächste Musikstück angesagt wird, aber keine nachgeschobene weitere Information dazu folgt. Aber bei diesem Stück war es anders. Der Moderator machte mir gleich eine doppelte Freude. Denn er wiederholte den Namen der Komponistin, wohl weil ihm das Stück auch sehr gut gefiel, und ergänzte, sie sei 1850 in Rastatt geboren. 
Da horchte ich auf – bin ich doch ebenfalls ein Kind dieser Stadt, wenn ich ihr auch keinen Ruhm eingebracht habe. Und das Allertollste war: der Herr Moderator hat den Namen meiner Geburtsstadt auch noch richtig ausgesprochen! Wo gibt es denn sowas?! Ich war völlig aus dem Häuschen, denn selbst für Youtube-Werbefilme, die die Stadt Rastatt zu touristischen Zwecken hat anfertigen lassen, hat sich offenbar niemand finden lassen, der „Rastatt“ richtig ausspricht.
Insofern bin ich jetzt kurz davor, zu recherchieren, wer heute die Morgensendung meines Lieblingssenders moderiert hat, um ihm eine persönliche Dankeskarte zukommen zu lassen.

 

Gen Z

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