Frau Schletterer singt nicht mehr

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Au
Wenn Politiker Interviews geben
12.08.2019 11:36

Gestern schob mir jemand ein Video aus dem Jahr 2012 zu, in dem ein Kabarettist sich über die Art und Weise echauffierte, in der Politiker reden und vor allem Fragen in Interviews beantworten.
In der Regel beantworten sie nämlich, so der Kabarettist, Fragen gar nicht, sondern salbadern wortgewaltig daher, ohne etwas auszusagen. Und er plädierte dafür, daß Journalisten künftig mehr Mumm zeigen und dem Interviewpartner das Mikrofon zu machen sollten, wenn auf die dritte Frage in Folge keine wirkliche Antwort gegeben worden sei.
Und damit hat er recht, der Herr Kabarettist! Mir ist das auch schon sehr oft aufgefallen. Da wartet man minutenlang und hört zu und zu, ob Herr oder Frau Politiker vielleicht doch noch auf den Punkt kommt, und am Ende stellt man fest: eine Antwort auf die gestellte Frage hat man nicht erhalten. Aber da die Zeit so fortgeschritten ist, wird dann nicht weiter insistiert.
Meist überlege ich dann, welche (nicht gestellte) Frage der/die Interviewte da tatsächlich beantwortet hat, und gar nicht selten will mir einfach keine Frage einfallen, auf die das Gesagte eine Antwort hätte sein können. Und wenn etwas in einem Interview Geäußertes auf keine Frage dieser Welt eine Antwort ist, wen interessiert es denn dann? Wahrscheinlich niemanden.
Dann mutet das Ganze wie eine Sprechübung des Bundesplapperministers an, die Landesbeauftragte für Inhaltsleere glänzt mit ihrer Fachkompetenz, und der interessierte Bürger guckt in die Röhre.
 

Kakapo!
Von sauren Gurken

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